16.01.2012 Letzte Meldung aus Frankreich:

Erster Erfolg gegen das geplante Inquisitionsgesetz!

Am 10.1.2012 wurde das Gesetzespaket zur Verfolgung politischer und religiöser Devianz ("Sekten"), das unter dem Schummeletikett "Vereinfachung des Unternehmensrechtes" versteckt war und das den Mitgliedern der Inquisitionsinstanz MIVILUDES für ihre denunziatorischen und verleumderischen Machenschaften Straffreiheit zusichern sollte (vgl. Ketzerbriefe 171), mit einer knappen Mehrheit von 9 Stimmen vom französischen Senat abgelehnt. Wie wir zwischenzeitlich erfahren haben, dürfte ein vor der Öffentlichkeit sorgfältig geheimgehaltenes Protestschreiben zweier Abgeordneter des US-amerikanischen Abgeordnetenhauses Ende Oktober 2011 den Ausschlag gegeben haben; wie im Falle der BRD bei der schweinischen Scientologen-Verfolgung (man denke etwa an den Jazzpianisten Chick Corea) beugt der US-Weltherrscher nur allzu großer Eigenmächtigkeit seiner Vasallen bei der Vernichtung potentieller Oppositionskreise vor ("wer Jude ist, bestimme ich", dekretierte Goebbels, und das gilt mutatis mutandis auch für seine US-Nachfolger). Der von uns in der kurzen verbleibenden Zeit maßgeblich mitinitiierte Protest internationaler Stimmen war im Sinne der Ausweitung wertvoll. Jedenfalls ist vorerst Zeit gewonnen, aber mit einem neuen Versuch, das inquisitorische Ausnahmegesetz unter anderer Mimikry einzuführen, muß über kurz oder lang gerechnet werden. Wir werden in einer der nächsten Nummern der Ketzerbriefe ausführlicher auf die Hintergründe dieses ersten Erfolges eingehen.



20.11.2011:

Aus Frankreich erreichte uns eine alarmierende Nachricht:

Am 18. Oktober wurde im Hinterstübchen des französischen Parlaments ein "Ausnahme-Gesetz" verabschiedet, welches der inquisitorischen MIVILUDES (" Mission interministérielle de vigilance et de lutte contre les dérives sectaires" ["Interministerielle Mission zur Überwachung und Bekämpfung sektiererischer Abweichungen"], ein Regierungsorgan, das dem Premierminister unterstellt ist und zu 100% aus Steuergeldern finanziert wird) genauso viel Macht zur Verfolgung von Minderheiten in Frankreich einräumt wie Hitler ab 1933 zur Judenverfolgung im faschistischen Deutschland oder der korrupten Vichy-Regierung unter General Pétain in Frankreich.
     Dieses "Ausnahme-Gesetz" besagt, daß die Mitglieder der MIVILUDES für die Inhalte ihrer willkürlichen und verleumderischen Berichte strafrechtlich nicht belangt werden dürfen, d.h. sie können straflos diffamieren, unwahre Gerüchte verbreiten und Existenzen zerstören, ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen; vielmehr erhalten sie nun für das, was sie schon seit Jahren mit zunehmender Brutalität durchführen, die offizielle Anerkennung und Ermutigung in Form der völligen Immunität.
     Dieses Gesetz wurde unter einem irreführenden Übertitel als sog. Gesetz "zur Vereinfachung des Unternehmensrechtes" versteckt, obwohl die MIVILUDES kein Wirtschaftsunternehmen, sondern eine Staatsbehörde ist. Es soll in den nächsten Tagen dem Senat zur Bestätigung vorgelegt werden. Falls dieser zustimmt, wird damit die Meinungsfreiheit in Frankreich endgültig abgeschafft, und der Verfolgung religiöser Minderheiten und darüber hinaus jeder unerwünschter und oppositioneller Meinung überhaupt sind Tür und Tor geöffnet.

Gegen diese erschreckende Neuauflage der mittelalterlichen Inquisition haben wir protestiert:



Monsieur Jean-Pierre BEL
Président du Sénat
SÉNAT
15, rue de Vaugirard
75291 PARIS Cedex 06

Sehr geehrter Herr Präsident,

wie wir erfahren haben, wurde in ihrem Land eine staatliche Behörde namens MIVILUDES installiert, die, wie aus ihrer Namensgebung hervorgeht, sich mit der Überwachung und Verfolgung abweichender Meinungen zu befassen hat. Allein diese Tatsache stellt eine jeden demokratischen Prinzipien Hohn sprechende Ungeheuerlichkeit dar: Wer gibt die Linie vor, von der abzuweichen einen Straftatbestand darstellen soll? Etwa der Papst? Oder der französische Präsident? Oder gar dessen Gattin? Falls Sie auf diese Weise die bourbonischen Ludwige und deren Pompadours wiederauferstehen lassen wollen, dann seien Sie so konsequent und errichten Sie die Bastille im Herzen von Paris wieder auf: zum Zeichen, daß jedem "Ketzer" die Knochen gebrochen, die Freiheit geraubt und das Leben genommen werden kann (bislang bevorzugt man ja noch die "elegantere", unauffälligere Methode der sozialen Existenzvernichtung).
     Wie wir ferner erfuhren, sollen die Mitglieder dieser ominösen und obskuren Einrichtung per Gesetz über das Gesetz gestellt werden, d.h. für ihre Denunziationen weder vor Gericht gestellt noch, wenn sie Straftaten begangen haben (und Verleumdung ist eine solche), verurteilt werden können. Als Deutsche kommt uns das sehr bekannt vor, und wenn wir Sie an Vichy erinnern, meinen wir damit nicht das Mineralwasser. Vor allem aber erkennen wir das historische Vorbild dieser säkularen Schändlichkeit: die Inquisition, und deren Arbeitsweise: die anonyme und straffreie Denunziation, welche die Scheiterhaufen über Jahrhunderte zum Lodern brachte.
     Frankreich war einst - lang ist es her - die Wiege der originalen Menschenrechte. Jetzt scheint die Regierung dieses Landes entschlossen zu sein, zu deren Sargnagel zu werden. Sie können uns eines Besseren belehren, indem Sie und Ihre Kollegen die Gesetzesänderung zur straflosen Denunziation sofort zurücknehmen und die schändliche Inquisitionsbehörde unverzüglich auflösen, wozu wir Sie hiermit auffordern.
     Seien Sie versichert, daß wir alles in unseren Kräften Stehende unternehmen werden, daß diese skandalösen, finsteren, tiefstes Mittelalter ausdünstenden Umtriebe nicht nur in Deutschland publik werden. Abschließend möchten wir Sie auf Artikel X der besagten Menschenrechte hinweisen, der da lautet:
"Nul ne doit être inquiété pour ses opinions, même religieuses pourvu que leur manifestation ne trouble pas l´ordre publique établi par la loi."
     Sorgen Sie dafür, daß dieses Menschenrecht in Ihrem Land wieder Gültigkeit erlangt.

In diesem und Voltaires Sinne

Bund gegen Anpassung


Bitte protestieren Sie gegen dieses neue Gesetz zur Verschärfung der Sektenverfolgung! (Bitte mit Kopie an uns.)




FILMVORFÜHRUNG

Ein Film von Fulvio Grimaldi

»VERDAMMTER FRÜHLING«
Die unterdrückte Wahrheit über die NATO-Aggression
gegen Libyen

Der italienische Journalist und Dokumentarfilmer Grimaldi
wird persönlich anwesend sein und seinen Film vorstellen.

9.9.2011, 19:30 Uhr
Internationales Begegnungszentrum
Kaiserallee 12d, 76135 Karlsruhe

11.9.2011, 17:00 Uhr
Filmtheater Schauburg
Königsbrückerstr. 55, 01099 Dresden

Veranstaltet vom :
ADD (Atatürkgesellschaft Karlsruhe) und
dem Bund gegen Anpassung

Eintritt: 2,50 EUR



 

11.07.2011:

Aktuelle Mitteilung

Laut Gerichtsbeschluß vom 29.06.2011 des Verwaltungsgerichts Köln ist "die Streichung der Zeitschrift ‚Ketzerbriefe - Flaschenpost für unangepaßte Gedanken', Ausgabe Nr. 157/158, erschienen im AHRIMAN-Verlag GmbH, Freiburg, aus Teil A der Liste für jugendgefährdende Medien vorläufig bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren 22K 45/11 angeordnet".

Dies der Wortlaut des Gerichtsbeschlusses, der die von einer anaeroben, doch fortlebenden Hitler/Adenauerbehörde erzwungene Indizierung unserer Zeitschrift rückgängig macht, diese also ab sofort wieder frei verkäuflich ist.
Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns bei allen Protestbriefschreibern hiermit noch einmal herzlich für die Unterstützung zu bedanken. Erst dadurch wurde den grundlegendsten rechtsstaatlichen Prinzipien wieder zur Geltung verholfen.

Wer kein Knecht sein will, braucht Information!


 

19.06.2011:

Nordafrika und die arabische Welt: Die sogenannten Revolutionen

Dieser Artikel wurde noch vor jedem erkennbaren Beginn externer Aggression gegen Libyen, geschweige denn Syrien, geschrieben (also auch vor dem schmählichen, mit Sicherheit lange zuvor ausgehandelten russisch-chinesischen Vetoverzicht). Insofern hat sich seine Perspektive inzwischen als viel zu harmlos erwiesen; die US-eigenen "Altlasten" abzubauen, z.B. eine gewisse Höflichkeit gegenüber ihren alten Juniorpartnern Ben Ali und Mubarak wahren zu müssen, obwohl beide persönlich ein bißchen teuer waren, war eindeutig nur ein Nebenziel gewesen - es ging nur gegen die mit ihrem jeweiligen Volk durch Wohlfahrtsstaatstendenzen und eine Art nationalverratsfeindlichen Idealismuses schon lange lästigen kleinbürgerlichen arabischen Republiken Libyen und Syrien (wo bleibt eigentlich Algerien?! - Na, das steht schon lange auf der Speisekarte des unersättlichen US-amerikanischen Wolfes), sozusagen die nahöstlichen bzw. nordafrikanischen "Sandinisten". Falsch dagegen war meine Vermutung, das hypersuperdemokratische transatlantische Monster wolle sich allmählich von seinem doch ganz furchtbar ekelhaft stinkenden monarchistischen Scheichsdreck säubern; den steckt es mit allem Gestank vielmehr lässig weg, I like every Sheikh, diesen Button könnte sich jeder hypersuperdemokratische US-Präsident voller Überzeugung ans Revers stecken und seiner Freiheitsstatue bei der nächsten Renovierung auf die Stirn tätowieren lassen. Die Bahrain-Unruhen waren ein bloßer Ablenkungs-Fake, das monarchistischstinkige Lokalunrecht ist die verläßlichste Unterstützung für Uncle Sam's imperialistisches Welt-Unrecht, Scheiche und Könige seine liebsten Zwergkumpane und problemärmsten Vasallen. Ja, so sehen freedom & democracy nun einmal aus, und ich hatte der ganzen Schweinerei noch nicht bis auf den Grund geblickt. Tut mir leid.

Ansonsten gibt es in selbiger neue Züge: während der hypersuperfriedliche US-Präsident gegen Nicaragua, als ihm dessen Unabhängigkeitsstreben nicht paßte, noch selber, öffentlich und ohne großes Abstreite-Gemache Mörder- und Marodeurtrupps von Honduras aus über die Grenze schickte (die sog. "Contras") und höchstpersönlich anordnete, die Häfen seines Opferstaates zu verminen (nicht ohne Den Haag laut zu erklären, daß die USA auf dessen eventuelle Sprüche scheißen würden, was sie dann auch taten), ist jetzt eine neue Qualität erreicht. US-finanzierte Söldnertrupps aus Arabern überschreiten unter Erdogans, dieser US-Marionette und daher EU-Lieblings, Schutz die syrisch-türkische Grenze und töten dort Zivilisten und Polizisten, zünden Häuser an und zerstören Kulturgut (die erzdemokratischen Engelchen, oder?!). So geschah es, wie wir durch Telefonate mit unseren syrischen Freunden wissen, ca. 2 Wochen vor dem gleich beschriebenen Zetern und Lügen der "Süddeutschen Zeitung" in der nordsyrischen Kleinstadt Ma'arat al-Numan; diese enthält (enthielt?) ein mir wohlbekanntes Museum mit wunderschönen antiken Mosaiken, mit dessen Zerstörung die arabischen US-Söldner offenbar beauftragt gewesen waren. Diesmal schafften sie es nicht, denn die Bewohner des Ortes bildeten eine Menschenkette um diesen ihren wertvollsten gemeinsamen Besitz, und die Marodeure, unsicher ihres Auftrags, zogen wieder ab. Dies der Hintergrund für das zwei Wochen spätere Zetern der SZ, die syrische Armee habe es gewagt, in einer Stadt ihres eigenen Landes zu erscheinen, und das sei sogar gegen den Willen von deren Bewohnern gewesen!
     Man ermesse das Riesenausmaß der stinkenden Lügen der Vasallenmedien! (Ach ja, und mein "Proband"… nur für Kenner.)

Fritz Erik Hoevels

    Nordafrika & Co.: Uncle Sam entsorgt seine teuren Altlasten

(Artikel aus Ketzerbriefe 166)


 

08.02.2011:

Bitte richten Sie ihre Proteste gegen die Zensur der Ketzerbriefausgabe 157/158 an folgende Adresse:


Verwaltungsgericht Köln
Postfach 103744
50477 Köln
Aktenzeichen nicht vergessen: AZ: 22 K 45/11
(Bitte mit Kopie an uns)


 

23.12.2010:

Letzte Meldung

Am 2.12.2010 hat die deutsche Zensurbehörde, die »Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien«, in einer Hinterzimmersitzung, gegen die der Dimitroff-Prozeß der Nazis ein Muster an Öffentlichkeit und Rechtsstaatlichkeit darstellte, beschlossen, daß die Ausgabe 157/158 der Ketzerbriefe weiterhin indiziert bleibt. In der mündlichen Begründung entblödete sich die Vorsitzende nicht, auszuführen, unsere Aussage, daß sexuelle Kontakte ausschließlich auf Freiwilligkeit beruhen müssen, sei einseitig und somit jugendgefährdend. Das muß man sich gründlich auf der Hirnhaut zergehen lassen! Wir werden ausführlicher berichten, sobald uns die schriftliche Begründung, die wir mit sehr mäßiger Spannung erwarten, vorliegt.


 

19.11.2010:

Drohen Deutschland gefälschte Attentate?

Dieses Flugblatt verteilten wir am 30.10.2009. Nun hat es – glücklicherweise – vor der einschlägigen Parlamentssitzung weder falsche noch echte Attentate gegeben; die mangelnde Intensität der Opposition gegen den erpreßten und bewaffneten deutschen Verfassungsbruch mag im Hintergrund gestanden haben. Sie kann aber zunehmen, deshalb bleibt die Frage nach wie vor aktuell:

    zum Flugblatt vom 30.10.2009



 

13.11.2010:

Zum Stuttgarter Bahnhof

Der Umbau des Stuttgarter Bahnhofs vom Kopfbahnhof zum Durchgangsbahnhof mag die Zahl der lebensunterhöhlenden, qualvollen Riesen- und Dauerbaustellen vermehren, mag Steuergelder verschwenden oder nicht.
    Aber was ist er von Kosten und Lebensverlusten gegen unseren Verfassungsbruch (Art. 26) in Afghanistan, den die USA erzwungen haben! Wie unbedeutend, was Lebensstandard und Naturerhaltung bzw. Naturzerstörung angeht, gegen die Behinderung der Geburtenkontrolle, die die Konkurrenz der Besitzlosen um die sogenannten Arbeitsplätze ruinös, alle Streikversuche hoffnungslos macht – und wo Wälder standen, Felder nicht nur für Fressi-Fressi, sondern auch den sog. Biodiesel (das Übelste, was es an Umweltzerstörung gibt) entstehen läßt! – Dagegen ist jeder Castor ein Kinkerlitzchen, völlig gleichgültig, sogar wenn er ausläuft (denn das bliebe regional wie Tschernobyl).
    Seid nicht so kindisch! Weicht nicht so feige der Macht- und Eigentumsfrage aus!



 

11.09.2010:

Die Umlügung des Monats: Ground zero

"Zuerst wurde der Ausdruck anläßlich der Testzündung der ersten Atombombe in Alamagordo, New Mexico verwendet. Von einem Nullpunkt aus sollte die bei der Explosion frei werdende radioaktive Strahlung gemessen werden. Danach blieb der Ausdruck mit der Atombombe assoziiert, insbesondere mit dem Epizentrum der Explosion über Hiroshima. Bis zum 11. September 2001 wurde er in anderen Zusammenhängen praktisch nicht verwendet. Aber Hiroshima rückt in den Hintergrund. Die metaphorische Übertragung des Begriffs ground zero von der Auslöschung einer ganzen Stadt auf ein Trümmerfeld an der Südspitze Manhattans trägt dazu bei. Denn solche Umdeutungen sind unumkehrbar. Für zukünftige Generationen wird ground zero einen Ort in New York bezeichnen, nicht in Hiroshima, ein amerikanisches Opfer, nicht ein japanisches."

aus: Florian Coulmas "Hiroshima, Geschichte und Nachgeschichte", Verlag C. H. Beck, München 2010, S. 105.


So werden Täter zu Opfern gemacht!


  08.09.2010:

Zum Fall Sarrazin:
Der Wirbel um Sarrazin, oder:Wie man einen Pappkameraden baut

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   zum Artikel aus Ketzerbriefe 151