| Écrasez l'infâme! »Vernichtet das Niederträchtige (ergänze kath. Kirche)!« mit diesen Worten rief einst die klassische französische Aufklärung nicht nur zur unerschrockenen Kritik, sondern vor allem Vernichtung aller gesellschaftlich-staatlichen Privilegien der Religion auf, mit der freilich, wie deren eigene Vertreter am besten wissen, auch deren Tage selbst gezählt sind. Dieses Programm der Aufklärung ist auch das des Bundes gegen Anpassung. Nun sind die Aussagen jeder Religion nicht einfach nur ein unglaublicher Quatsch. Das sind sie zwar auch, aber sie unterscheiden sich doch von individuellen Wahnvorstellungen darin, daß sie von einem großen Spezialistenapparat vom frühen Kindesalter an systematisch und einheitlich in die Gehirne gepreßt und darin lebenslang, besonders durch regelmäßige Versammlungen (»Gottesdienste«), wachgehalten werden. Warum sich die Phantasiebehauptungen der Religion dabei trotz ihrer groben Unsinnigkeit so verblüffend zäh in den Gehirnen verhaften und trotz der uferlosen Vielgestaltigkeit möglicher Wahnideen gerade ganz bestimmte Formen annehmen, das freilich vermag nur die verfemte Wissenschaft Freuds, die klassische Psychoanalyse, zu erklären. Als die gröbste intellektuelle Zumutung überhaupt wird die Religion zugleich zum Vorbild für jede Ideologie. »Die Kritik der Religion«, sagt Marx darum, »ist der Anfang aller Kritik«. Und darum kann es auch keine im wirklichen, d.h. historischen Wortsinn linke Organisation geben, die nicht zuerst einmal ein Atheistenbund ist. Der Bund gegen Anpassung ist Mitglied des Internationalen Verbindungskomitees der Atheisten und Freidenker und der Internationalen Vereinigung der Freidenker und regelmäßig auf internationalen atheistischen Veranstaltungen präsent. Der Bund gegen Anpassung unterstützte u.a. die Musterklage von Dr. Nittmann gegen die Zwangskirchensteuer für konfessionslose Arbeitslose in Deutschland bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er war durch die Organisation von internationalen Protesten maßgeblich beteiligt an dem Freispruch vor dem Kassationsgericht in Rom des italienischen Richters Luigi Tosti, der zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, weil er sich weigerte, sein Amt unter dem Kruzifix auszuüben. | ||
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