Bund gegen Anpassung / Rotes Forum



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30.04.2007


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Das Geheimnis der neuen Elbbrücke

Wann passiert es schon einmal, daß eine Volksabstimmung zustande kommt – und dann noch anders entscheidet als der »gewählte« Klüngel, welcher seine Mehrheitsverhältnisse hauptsächlich durch ererbte Gewohnheiten und die Presse bekommt?! – In Deutschland jedenfalls sehr, sehr selten, vielleicht einmal in einem Menschenleben, andernorts auch nicht viel öfter, nur in der reichen und deshalb demokratieverwöhnten Schweiz geschieht es häufig. In Dresden ist es jetzt – auf städtischer Ebene – doch einmal passiert, kommt aber höheren Orts nicht gut an, und deshalb soll das Volk auch diesmal sich gefälligst nicht in seine eigenen Angelegenheiten einmischen. Aber warum soll das diesmal so wichtig sein, daß Gesetz, Landesverfassung und Grundgesetz auf einmal alle nur noch Klopapier sein sollen und die Presse vor lauter Rechtfertigungs- und Verwirrungspropaganda dazu gar nicht mehr zur Ruhe kommt?
     Der Sachverhalt war und blieb folgender: Wohnmöglichkeiten und Arbeitsplätze sind in Dresden je nach Elbufer unterschiedlich verteilt. Die vorhandenen Brücken reichen zur zügigen Erreichung des Arbeitsplatzes nicht aus, wenn man auf dem »falschen« Ufer wohnt; dementsprechend bleiben dort die Grundstückspreise niedrig, denn einerseits wohnt, wer es bezahlen kann, auf der »richtigen« Seite, deren Mieten nicht mehr erheblich zu steigern sind, andererseits verfällt die »falsche«, ganz abgesehen davon, daß der Wert aller Grundstücke einer Stadt durch Verkehrserleichterungen steigt. Diesen Hintergrund hat noch niemand bestritten – nach Erscheinen dieses Flugblatts mag sich das bei den bezahlten Sängern der Presse usw. ändern – und daher auch noch nie gegen den von der Volksmehrheit beschlossenen Brückenbau vorgebracht; Gegenargument war immer eine angebliche Landschaftsverschandelung (oder, unterschwellig, ein Mangel an Gartenzwergmentalität). Was aber war und ist der wahre Grund, warum die Presse den kleinsten, zahlenmäßig bedeutungslosesten Stänkerern gegen die vom Volk statt der Bürokratie beschlossene Brücke so unendlich viel Raum einräumt und Vorschub leistet, einen falschen deutschen und echten US-Nobelpreisträger (aber nicht für Stadtentwicklung!) auf den Schild hebt und alle anderen unermüdlich madig macht? Geht es wirklich nur um Brückenbau und Landschaftsgestaltung?
     Erinnern wir uns an die Grundstückspreise, welche der nötige Brückenbau nach Abschluß schnell steigen ließe. Nun ist Dresden eine der zehn bis fünfzehn schönsten Städte der Welt, durch seine äußerst unglückliche neuere Geschichte unter diesen aber sicherlich die billigste; darum soll sie ihren Einwohnern nicht mehr gehören, sondern, wenigstens ihr Löwenanteil, US-Firmen. »Fortress« hat, wie wir alle wissen, kürzlich alle Dresdner städtischen Mietswohnungen aufgekauft; das war im Rahmen einer konzertierten Aktion einer riesigen Menge deutscher Städte (mit der dämlichen Propaganda der seit vielen Jahrzehnten ziemlich unveränderten städtischen Schulden; sie konnte bislang nur in Freiburg i. Br. durch eine überraschend gegen die geballte Grünen-&-Co.-Propaganda erfolgreiche Volksabstimmung verhindert werden, aber das war in Dresden durch die Lakaienpolitik der PDS nicht möglich). Aber
1.) spielte in den sonstigen deutschen Städten, die weniger schön und/oder angenehm traditionsbeladen sind, bei dieser Gelegenheit das US-Kapital nicht die absolute Monopol-Rolle;
2.) ist »Fortress« nur die Spitze des Eisbergs; jeder Dresdner Makler kann sich vor »ausländischen« Firmen mit US-Kapitalmehrheit kaum retten, die ihn nach ganzen Straßenzügen Dresdens fragen.
DA DARF EIN BRÜCKENBAU NICHT DIE PREISE HOCHGEHEN LASSEN, BEVOR DER AUSVERKAUF FERTIG IST. (Hinterher kommt irgendein Karlsruher Joker natürlich doch auf die »Idee«, daß die Brücke gebaut werden müsse bzw. hätte gebaut werden müssen.)
     (Nebenbei: was meint Ihr wohl, warum Justiz und Presse zusätzlich und urplötzlich »ein Herz für Wettiner« ausgraben, um die Kunststadt Dresden plündern zu können?! Was meint Ihr wohl, wem diese feudalistischen Schießbudenfiguren diese Kunstwerke dann über kurz oder lang verkaufen werden und sollen, d.h. in den Museen und auch Privatsammlungen welchen Kontinents sie dann enden werden?! – Da waren die Russen, die sie uns ohne Beeilung, aber anständig restauriert zurückgaben, doch ein bißchen achtbarer beschaffen!)

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Das sind Gründe, warum alle Gesetze und sogar ein Volksentscheid auf einmal unter dem haarsträubendsten Geschwätz der Propagandisten nicht mehr gültig sein sollen – und warum dabei der Bezug auf eine US-Einmischung die Hauptrolle spielt. (Wer bestreitet, daß die UN und damit natürlich auch die UNESCO schon lange nur der Gesangsverein der USA sind, dessen Verstand ist einfach nicht mehr zu helfen.)
     Eben deshalb kam nach der unerwartet günstig verlaufenen Volksabstimmung der vormals unbekannte UNESCO-Joker aus dem Zylinder von Bürokratie und Presse. War schon zuvor die – niemals existente und für Menschen sowieso jederzeit absolut belanglose – Vogelgrippe weltweit in die Presse gezaubert worden, weil ein europäischer »global player« mit einem Grippemittel Sondergewinne machte und nicht etwa Gilead Sciences, zu dessen Gunsten die ganze Propaganda eröffnet worden war und mit der schließlichen Kapitulation Roches vor Gilead Sciences, d.h. letztlich einer europäischen Kleinregierung vor der USRegierung, auch prompt verschwand (unglaublich, aber nachprüfbar!), genauso sollte jetzt auf einmal der Dresdner Volksentscheid, wenn eingehalten, ein »Weltkulturerbe« zerstören. (Eine ähnliche Konsequenz hätte man sich im Falle der Buddhas von Bamiyan auch gewünscht, als diese noch standen, aber dafür die bald danach so tief in Ungnade gefallenen Taliban noch antisowjetische Retortenkinder und Söldner der USA waren statt ein Mohr, der seine Schuldigkeit getan und jetzt zu gehen hat.) Nur: was ist das eigentlich für ein komisches Wort und wer brachte es in die Welt?
     Jedenfalls nicht die Staaten, welche den Löwenanteil der Welt an Kulturgütern aufweisen, welche darum auch für die ganze Welt schützenswert sind, also Europa, China und Indien. Wer uns vielmehr belehrt, welcher Anteil an unseren Kulturgütern besonders schützenswert sein soll und welcher weniger wichtig, ist ausgerechnet der Gesangsverein jenes Staates (bzw. eine Unterabteilung dieses Gesangsvereins), der selber nur äußerst wenige aufweist: nämlich der USA. Nun ist die USA an Kulturgütern, sofern sie sie nicht mit Geld oder Gewalt importiert hat, zwar äußerst arm, aber an Kapital und Militärkraft märchenhaft reich: was fällt ihr also leichter, als den Minderwertigkeitskomplex der von ihr abhängigen kulturarmen Staaten dadurch mit einem kostenlosen Trostpflaster zu versehen, daß sie ihnen durch ihren Gesangsverein ähnlich viele erstklassige Kulturgüter zusprechen läßt wie mit extremer Sparsamkeit und Willkür jenen daran äußerst reichen, aber ehemals recht selbstbewußten alten Ländern und Völkern, die daran fast überquellen?! Wer zu seinem Glück viel reisen und daher die »Weltkulturerbes« vergleichen konnte, weiß ganz genau, daß etwas wie »das älteste Klo Zentralafrikas« mindestens so gute Chancen hat, auf besagte Liste gesetzt zu werden wie etwa der Petersdom oder das Taj Mahal, ja, letztere um ihren »Rang« eher noch bangen müßten, wenn ihre Verwalter die USA irgendwie ärgern ..., meint Ihr wirklich, die Gebildeten unter den Fernreisenden würden sich dauerhaft aus dieser lächerlichen Quelle belehren lassen, wo ihre Hotelkosten sich rentieren werden, wenn sie sich etwas angucken wollen?! – Zweimal kaum.
     Nun mag die UNESCO ursprünglich, als die USA noch ein einfacher imperialistischer Staat waren, aber noch kein Monopol hatten, mit diesen und ähnlichen Maßnahmen noch einen guten Sinn gehabt haben, nämlich um kulturell bedeutende Bauwerke in Staaten, welche durch Kolonialismus und Kriege, auch eigene Rückständigkeit und Unwissenheit zu sehr gebeutelt waren, um sich um ihre Kulturgüter angemessen zu kümmern, diese durch wohltätige Einmischung der Menschheit (»Welt«) zu erhalten. Wenn Religion im Spiel ist, z.B. christliche Bauten in islamistischen Staaten liegen, z.B. die wundervollen serbischen Kirchen im Kosovo (deren Wandgemälde wirklich mit unserer Renaissance rivalisieren, z.B. in Prizren), ist derlei meist sinnvoll, wenn es denn nun geschieht – andernfalls nicht so häufig, bedenkt man, wie gut selbst der hyperdestruktive Pol Pot für Angkor Vat sorgen ließ, das die Amerikaner fast so schlecht behandelt hätten wie einige Jahrzehnte zuvor Dresden. Aber sei dem wie es wolle: Dieser mögliche gute Zweck (und noch ein paar) sind seit Beginn des US-Monoimperialismus längst durch jenen oben beschriebenen ersetzt worden. Sollen wir wegen diesem Vorwand auf die vom Volk beschlossene und außerdem lebenserleichternde Elbbrücke verzichten, nur aus dem Grund, daß dann die US-dominierten Firmen unsere Stadt billiger als andernfalls aufkaufen können? Und danach, wenn sie satt sind und die Brücke doch brauchen können, heißt es natürlich, wohl mit Karlsruher Joker, der erwartungsgemäß bei Bedarf lange gelagert werden kann, »April, April...!«


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Wer sich nicht verscheißern lassen will,
interessiert sich auch außerhalb der Brückenfrage für den

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