Bund gegen Anpassung



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15.4.2000


Nicht Deutschland braucht Einwanderer,
sondern das Kapital braucht Lohndrücker!


Ein Land mit Arbeitslosen »braucht« keine Einwanderer, schon gar nicht »zur Sicherung der Renten«. (Denn Renten und Arbeitslosengeld werden aus demselben Topf gezahlt - diesen Gedanken versuchen Presse und Lehrer verbissen aus den Köpfen zu scheuchen, aber er ist nun einmal nur zu unterdrücken, nicht wegzureden.) Einwanderer müssen nicht geboren werden, sie sind schon erwachsen - sollten »wir« sie wirklich einmal brauchen, weil es, wie z. B. in den ersten 20 Jahren der Nachkriegszeit, keine Arbeitslosen mehr gibt, dann können wir sie immer noch von einem Tag auf den anderen herbeiholen - in den Startlöchern stehen arme Teufel genug. Und »unterbesiedelt« ist Deutschland wahrhaftig nicht - es wird sogar immer noch gebaut, Straßen und Häuser. »Hier betoniert die BRD den letzten Quadratmeter derselben« hieß einmal eine Karikatur aus grüner Vorzeit - wie war das noch einmal mit der Umwelt?! (Oder dem Angriffskrieg, ja sogar allzu schrill idealistisch, gar jedem Krieg ganz allgemein? Hm?!? - Hm.)

Nicht »Deutschland« braucht Einwanderer, sondern das Kapital braucht indische Löhne, braucht indisches Lohn- und Lebensniveau. Denn es ist viel teurer, mit den Fabriken zu der Armut zu gehen - Kapitalflucht nennt sich das, Kapitalexport nennen es die Täter, teuer ist es immer, und gemacht wird es schon lange, sonst wären gar nicht genug Inder, Asiaten, öllose Araber, Philippos etc. als einsatzfähige Streikbrecher ausgebildet - , als die Armut in die schon bestehenden, aus historischen Gründen gerade in Europa konzentriert bestehenden und kapitalbindenden Produktionsstätten zu holen; Menschen, besonders arme Menschen, sind wesentlich billiger zu transportieren als z. B. die Farbwerke Hoechst.

Das Kapital will seine teuren Fabriken, Gelände usw. deshalb auch in Europa weiternutzen, sogar in dem bislang etwas teuren, aber dafür mit dem besten Straßensystem ausgestatteten Deutschland - aber zu indischen Löhnen und Arbeitszeiten, ganz wie vor der Arbeiterbewegung. Darum läßt es die Presse - wem gehört sie? und wer kontrolliert den Staat über sein Parteienkartell, den Staat, der seinerseits die Glotzen kontrolliert? - ein Propagandaunisono erschallen, daß der arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Deutsche, Franzose usw. schier vor Mitleid mit den internationalen Konzernen zerfließen muß, wenn er seinen bisherigen Lohn oder gar als Arbeitsloser - sooo qualifiziert sind die Inder auch wieder nicht, wie war das mit der Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse?!? (aber arbeitswütig und billig, sie kennen am besten die ökonomische Faust im Nacken!) - bei angeblichem Arbeitskräftemangel wieder Arbeit und Lohn haben will. Da muß die Presse ganz schön herumbetulichen und herumwichsen (keine Angst, sie tut es, sie gehört selber Großkapitalisten und vor allem: sie lebt von Anzeigen, nicht vom Verkauf).

Und weil es schon lange kein deutsches, französisches, englisches etc. Kapital mehr gibt, wie das zuvor aus historischen Gründen der Fall war (mit der Nation behauptete sich in langen, verlustreichen Kämpfen das Bürgertum gegen die Kräfte der absoluten Finsternis, nämlich die Kirche und dadurch die Adelsherrschaft), sondern auch so »urdeutsche« Firmen wie Mannesmann usw. längst zu satten Prozentsätzen US-Konzernen gehören, schallt eine internationale Begleitmusik zu dieser Lohndrückerpropaganda, muß gar eine »UN-Studie« herhalten - wer weiß denn nicht, daß seit dem schändlichen kolonialistischen Überfall auf den Irak bzw. der Zerschlagung der Sowjetunion (das ist der Kausalnexus) diese UNO nur noch ein amerikanischer Gesangsverein ist, ein bißchen gestört durch den matten Trotzkopf China, dem in zäher Wühlarbeit das Vetorecht entzogen werden soll?

Warum sollte also die UNO nicht auch zu ökonomischen Fragen einschüchternden Mist zugunsten des US-Kapitals (und damit des Kapitals überhaupt, die Juniorpartner gehen diesmal huckepack) ausposaunen, wenn sie dessen gierigem Hauptstaat schon so willig und völkerrechtsverhöhnend den militärischen Arm lieh? Die Weltherrschaft ist einschüchternd, keine Frage - aber laßt Euch doch nicht auch noch jede Logik wegschüchtern; statt schlotternd der Presse hinterherzuklügeln, merkt Euch doch: die Gedanken sind doch frei, sie ziehen noch längst nicht, sobald sie gerade gedacht werden, Bombardierung respektive Entlassung nach sich!

Die Krankenversicherung habt Ihr Euch schon weitgehend nehmen lassen, kein Geschwätz war Euch zu blöd (z. B. hat es nie eine »Kostenexplosion« gegeben, oder es gab sie symmetrisch überall); das an Euch »eingesparte« Geld hat sich längst in Gewinne der Versicherungsgesellschaften verwandelt, genauso, wie Ihr zwar in den letzten zehn Jahren verarmt seid, die Gewinne der Kapitalgesellschaften jedoch, rechnen kann man ja, symmetrisch gestiegen sind (daher übrigens der gleichzeitige, inzwischen freilich überhitzte Aktienboom). Wollt Ihr Euch feige wie bisher auch noch die Arbeitsplätze und/oder die Hälfte der Löhne (und Renten natürlich!!!) nehmen lassen? Dabei müßt Ihr gar keine heroischen Taten vollbringen, selbst mit dem Bleistift könnt Ihr wirksam gegen Eure Entrechtung und Verarmung kämpfen - kreuzt bei Wahlen nie Kartellparteien an, sondern immer nur, was die Presse haßt! Je mehr sie schäumt und zähneknirschend klügelt, um so richtiger habt Ihr gehandelt - zu Euren Gunsten statt denen der Plünderer - und umgekehrt.

Welche Wege gibt es aus der Lohndrückerei? - Da ist zunächst einmal die EINHALTUNG DER GELTENDEN GESETZE gegen Einwanderung, Anerkennung billigerer Studienabschlüsse usw. Für diesen Weg, einen rein defensiven Weg, steht die sog. »Neue Rechte«, und weil sie allein dadurch dem Kapital schadet und der Arbeiterklasse
nützt, wird sie von der Presse schäumend gehetzt und von der Justiz aufs schändlichste und gesetzeswidrigste gejagt (wie war das nochmal mit der freien Meinungsäußerung?!), während gegen sie wütende Pogromisten, alles spätere Erben oder aufstiegsgeile Anschleimer, die extremen Hätschelchen von Justiz und Presse sind, von Sachbeschädigung bis Körperverletzung straffrei. (Das ist der wichtigste Unterschied zwischen den wirklichen, den historischen Faschisten und der Neuen Rechten, noch vor allen Inhalten: Hitler und seinesgleichen, sogar als er noch ein unbedeutender Autonomer und lokaler Schlägerführer in München war, hatten stets das Wohlwollen des Kapitals und daher des Staates und der Presse, besonders auffällig der Justiz, während die wahre Opposition, nämlich die KPD, parteilich und niederträchtig gejagt wurde, Pogromisten an ihr straflos blieben.) Obwohl es zumindest den Wählern der Neuen Rechten um nichts als den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, Renten und Sozialleistungen geht, sind die neurechten Parteien der Arbeiterbewegung gegenüber, welche im letzten Jahrhundert diese von ihnen verteidigten Rechte so opferreich erkämpft hat, extrem undankbar und stellen sich unwissend; aber dieses defensive Programm reicht schon zu ihrer intensiven Verhetzung und Verfolgung durch das Kapital, nämlich dessen Staat, dessen Medien und dessen Kartellparteien um die SPCDU herum.

Aber weil das neurechte Programm bloß defensiv ist - protektionistisch, lautet das Fachwort, die Presse verdrehe es wie sie wolle - , hat es keine Perspektive. Europa hat durch seinen Geburtenrückgang, seine faktische Bevölkerungsreduktion, wenn sie nicht von außen versaut wird, den richtigen Weg zum Wohlstand - freilich nur des Volkes, nicht seines reichsten Promilles - und zur Wiedergewinnung der kaputten Natur eingeschlagen; aber dieser Weg läßt sich ständig abschneiden und mühelos versauen, solange es von außen Streikbrecher bei der ökologisch so dringenden Bevölkerungsreduktion gibt, sinnlos gewucherte und darum ebenso verzweifelte wie anspruchslose Menschenmassen. Das linke Programm kann nur darin bestehen, ihnen Geburtenkontrolle, Meinungsfreiheit und die Errungenschaften der Arbeiterbewegung gleichzeitig nahezubringen: nur so trocknet das Reservoir pflegeleichter Lohndrücker dauerhaft aus, wird der »Schraubstock der Autarkie« vermieden, der auch die beste neurechte Regierung mittelfristig zerquetschen würde!

Dazu ist es aber nicht schlecht, wenn die (wenigen!) Errungenschaften der Arbeiterbewegung, deren Ergebnis in Europa sogar eine Art Geburtenkontrolle mit der ökologisch bitter nötigen Perspektive der Bevölkerungsreduktion gewesen ist, wenigstens erhalten bleiben, statt zum Drittweltniveau hin vernichtet zu werden; was es gibt, läßt sich leichter ausweiten, als was erst wieder geschaffen werden muß. Nach einigen Generationen Bevölkerungsschrumpfung ist menschenwürdiges und sogar angenehmes (und langes!) Leben für alle Menschen möglich, auch für Chinesen und Inder, nicht nur, und das im gehetzten Zustand, für 30 000 ehrgeizige Flüchtlinge vor dem Elend ihres Subkontinents, die noch während ihrer Überfahrt in der Heimat zahlenmäßig nachgelegt werden. (Daß sie zu uns zum Lohndrücken fliehen, ist ihnen entgegen mancher neurechten Ansichten überhaupt nicht zu verübeln; das wäre töricht und extrem ungerecht, denn jeder täte das; aber daß sie Löhne drücken dürfen und vor dem Elend fliehen müssen, das ist dem internationalen Kapital - und der örtlichen Geistlichkeit, die sie zum Geburtenüberschuß anhält - zu verübeln!)

Solange die Linke, besonders die PDS, lieber dem Kartell hinterherkriecht, um dort einen Stehplatz als Verräterlohn zu erhaschen, statt in den Wählern der Neuen Rechten potentielle Verbündete zu sehen, die es vor staatlichen bzw. pogromistischen Übergriffen zu schützen und für die eigene Sache zu überzeugen gilt, wirkt auch die - wirkliche oder angebliche - Rechtsopposition immer noch besser als gar keine. Aber ihre nationalen Schranken öffnen ihr Irrwege und rauben ihr in jedem Fall die Perspektive. Nicht die von der Presse hochgelobte Parole »Niedrige Löhne, niedrige Renten, billige Medizinleistungen, viele Säuglinge!«, also

ARMUT WELTWEIT

ist richtig (denn Überbevölkerung ist kein Sachzwang, sie läßt sich bekämpfen, und nur weil die Europäer heimlich, still und leise dies schon begonnen hatten, sollen ihnen die Inder reingedrückt werden), auch nicht die natürlich immer noch bessere rechte Parole:

HÄNDE WEG VON UNSEREM LOHNNIVEAU!

sondern nur die Parole jener Linken, die wir aufbauen, nachdem die KPD versagt hat und im und durch den Stalinismus unterging, nämlich:

GEBURTENKONTROLLE, ARBEITSZEITVERKÜRZUNG, GLEICHHEIT WELTWEIT!

Denn diese Gleichheit kann die Gleichheit des Wohlstands sein, des angenehmen Lebens in Klugheit und Freiheit (und nicht in der Sardinenbüchse). Wählt keine Kartellparteien - lest die KETZERBRIEFE - diskutiert miteinander!



Spendenkonto: Postgiroamt Karlsruhe (BLZ 660 100 75), Konto 186435-758 (Bunte Liste; bitte ohne weitere Zusätze)


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