Bund gegen Anpassung
12.03.2004
Für die »Pille danach« statt dreister
Kirchen-Bevormundung!
Nachdem das Freiburger St. Josefskrankenhaus – nomen est omen – mit teuren Steuergeldern für die Aufnahme einer Notfallpraxis ausgestattet wurde, fiel der im klerikalen Dunstkreis stehenden Geschäftsleitung »plötzlich« ein, daß zur medizinischen Notfallversorgung der Bevölkerung ja auch die Verschreibung der »Pille danach« zählt. Dies sei, so wurde befunden, mit dem »ethisch-moralischen Leitbild« des Krankenhauses nicht vereinbar und würde, so ein Kirchenrechtler, »Ärger mit dem Erzbischof« geben.
Moment mal – was hat hier ein Erzbischof zu suchen, ein Kirchenrechtler zu meinen, wo ausschließlich den Gesetzen das letzte Wort gebührt?! Und die werden immer noch, bislang wenigstens, im deutschen Parlament und nicht im Vatikan gemacht. Sollte dies dem Erzbischof samt seinem Anhang nicht passen, dann mag er zu seinem Gott beten, an dessen Allmacht er angeblich glaubt – aber er weiß so gut wie wir, daß der Rauschebart die Sache nicht schaukelt, bis zum Jüngsten Gericht, das niemals eintritt, bis zum St.-Nimmerleinstag. Und deshalb vertrauen der Erzbischof und sein Verein lieber den Segnungen des Hitlerkonkordats, das den christlichen Großkirchen eine Unzahl Privilegien zugeschanzt hat. Das bringt ihnen bis heute 28 Milliarden Euro im Jahr ein – unsere Gelder! – , und ihre Gier darf so weit gehen, daß sie selbst Arbeitslosen, die keiner Kirche angehören, die letzten Cents aus den Taschen klauen darf (wir berichteten über den Fall Dr. Nittmann, der jetzt vor dem Bundessozialgericht verhandelt wird – demnächst mehr). Nun – Hitler mußte gehen, aber die Kirche blieb und wurde von Adenauer, der sich schon als Kölner Oberbürgermeister bestens mit den Nazis vertrug, mit weiteren Privilegien überhäuft, vor allem dem Subsidiaritätsprinzip, das dafür sorgte, daß sich die Kirche ungehindert in Kindergärten, Schulen, Universitäten und eben Krankenhäusern breitmachen konnte. Erzählt uns also nichts von euren »sozialen Diensten« – die bezahlen alle wir; zahlt ihr lieber mal die Grundsteuer und Grunderwerbssteuer! Kommt uns auch nicht mit dem »Tendenzbetrieb«, diesem Adenauerbastard von Hitlers Gnaden, der euch den sittenwidrigsten Ekelkram bis hin zum Scheidungsverbot für Angestellte und Arbeiter erlaubt! Daß die Kirche statt dessen mit einem »Angebot der anonymen Geburt« herumwedelt, wundert uns nicht, denn auch diese Menschenfischerei und Seelenfängerei wird von uns bezahlt, obwohl wir dieses mafiöse »Angebot« geradezu obszön finden. Und was wir so wenig brauchen können wie ein Krebskranker ein Gebet, was uns so wenig hilft wie ein Schluck Weihwasser gegen ein Magenkarzinom, das ist euer sogenanntes »ethisch-moralisches Leitbild«.
Für wen ist denn die »Pille danach«? Für Mädchen und Frauen, die – sei es aus Unwissenheit, Unachtsamkeit oder einfach nur Pech, aber das kann euch Wurst sein – schwanger zu werden befürchten und zu dieser Notbremse greifen, weil sie ihr Leben nicht durch ein ungewolltes Kind versauen wollen. Es ist allein deren Entscheidung, und die gesetzliche Vorgabe ist eindeutig – hier hat keine Priesternase rumzuschnüffeln, keine Pfaffenpfote rumzufummeln. Deshalb:
Raus mit dem Gepfaff aus den Krankenhäusern,
die wir mit unsern Steuergeldern finanzieren!
Ihr zaghaften Ärzte, euer Beruf ist zwar nützlich – ganz im Gegensatz zu den auf Allgemeinkosten gemästeten religiösen Kadern – , aber wie schnell gebt ihr klein bei, wenn ein staatsgestützter Parasit im Talar frech euch dreinzupfuschen sich erdreistet! Und ihr Patienten, eingeschüchtert und von Schröders Raubstaat bis aufs Krankenhemd ausgeplündert, wie lange wollt ihr denn noch lammfromm die andre Backe hinhalten? Schaut über den Rhein! In Frankreich wird die »Pille danach« in Schulen an Schülerinnen ausgeteilt von Krankenschwestern, die Angestellte einer Republik und nicht die Vollzugsorgane eines ausländischen Staates sind. Diese Segnungen waren nicht umsonst zu haben, sie kosteten einen König den Kopf und die Kirche viele Privilegien und Ländereien, Jean Paul Marat und Jacques-René Hébert sei Dank.
Wenn Ihr diese französischen Zustände aber nicht wollt, dann werdet Ihr nigerianische bekommen. Denn wie das lokale Kirchen-Käseblatt ›Badische Zeitung‹ am selben Tag vermeldete (4.3.2004), verboten nigerianische Imame die Polio-Schutzimpfung für Mädchen, weil die Medikamente angeblich kontrazeptiv, also schwangerschaftsverhütend, wirkten. Lieber Zehntausende scheußlich verkrüppelter Mädchen in Kauf nehmen als auch nur eine an ihrem »Menschenrecht« (pfui Teufel!) zu hindern, möglichst früh ein Kind auszuklinken! Hier treffen sich die »ethisch-moralischen Leitbilder« der islamischen und der christlichen Finstermänner und -frauen: Die Frau wird auf einen vom Gebären ausgeleierten Uterus reduziert und ihrer authentischen Menschenwürde beraubt, während das Wertvollste am Menschen seine Leidenswilligkeit und -fähigkeit sein soll. Alles andere »ärgert den Erzbischof«. Soll er sich grämen (für Kenner des jüdischen Witzes).
Wir finden: Die 80 Notfallärzte und 25 000 Notfallpatienten sollten sich für diese nach Erpressung stinkende klerikale Zumutung zu schade sein.
Weg mit dem Subsidiaritätsprinzip!
Raus mit dem Gepfaff aus den Krankenhäusern, die wir mit unsern Steuergeldern finanzieren! (Gilt auch für Kindergärten, Schulen, Universitäten und Altenheime.)
Der wichtigste Schritt für jeden Einzelnen ist und bleibt natürlich der Kirchenaustritt. Wie wir herausgefunden haben und sofort per Massenflugblatt veröffentlichten (den Zeitungen blieb nichts anderes übrig als nachzuziehen, wollten sie ihr wertvollstes Gut, den Glaubenskredit, nicht einbüßen), gehören mittlerweile über 50 % der arbeitenden Bevölkerung keiner christlichen Großkirche mehr an; jährlich kommen 3 % hinzu. Deshalb versucht die Kirche mit staatlicher Unterstützung, über Tarnorganisationen mit Phantasienamen (»Bürgerguthaben« o.ä.) die Milliardenbeträge unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit einzusacken (sogenanntes spanisches Modell).
Also aufgepaßt!
Schröder, hol Dir Dein Geld von den Pfaffen, nicht von den
ehrlich Arbeitenden! (Und auch nicht von den Arbeitslosen!)
Aufklärung kostet Geld – die Kirche hat's, wir brauchen's:
Spendenkonto: Postgiroamt Karlsruhe, BLZ 660 100 75, Konto 186 435-758 (Bunte Liste; bitte ohne weitere Zusätze).
V.i.S.d.P.: Bund gegen Anpassung, C. Müller, Postfach 254, 79002 Freiburg
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