Bund gegen Anpassung



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26.08.2006


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Keine deutschen Besatzer nach Syrien!


Daß der Libanon der Invasion seines mit internationalem Jagdschein ausgestatteten südlichen Nachbarn schutzlos ausgeliefert war, war deutsches Werk; indem Deutschland zur Provokation Syriens einen gewissen Mehlis dorthin schickte, dessen moralische Statur man schon daraus diagnostizieren kann, daß er auf begründete Foltervorwürfe nur patzige Retourkutschen übrig hatte, ermöglichte die abgekartete internationale Erpressung Syriens, seine Schutztruppen aus dem Libanon abzuziehen; daß die fanatisch religiöse Hisbollah, deren Freischärler in jedem Fall nicht die Truppen eines soliden Staates ersetzen können, mit Eifer in die so geschaffene Bresche sprang, darf man wohl kaum den Libanesen oder gar den Palästinensern zum Vorwurf machen, deren zumindest etwas aufgeklärte Al-Fatah erst dann durch die fanatische Hamas in der örtlichen Volksgunst abgelöst wurde, nachdem Israel sie chronisch und seinerseits recht fanatisch gedemütigt hatte (siehe z.B. die Behandlung des palästinensischen Präsidenten Arafat durch Israels Truppen). Und es sieht danach aus, als solle jetzt unser gebeutelter und geplünderter Staat (»Solidaritätsbeitrag«, nicht wahr?!) die Israelis als Besatzer und bald auch Angreifer des eigentlich gemeinten syrischen Nachbarn ablösen.
     Deutsche Besatzungstruppen unterdrücken zugunsten der USA schon einige Länder – Serbien und Afghanistan sind die bekanntesten und für die Täter teuersten Opfer. Da sich die USA zu ihrer eigenen Überraschung im Irak gerade kalte Füße holen und militärisch überfressen haben, schieben sie die eigentlich anschließend geplante Durchführung der Zerstörung und Besetzung Syriens ihren Vasallen zu. Die nächsten davon, die unter dem Vorwand des israelischen Überfalls auf den als solchen unbedeutenden Libanon diese Drecksarbeit für den Monoimperialismus leisten sollen, sind offenbar wir, nachdem für den am Irak verübten Völkerrechtsbruch von uns keine Soldaten, sondern stattdessen viel Geld erpreßt wurde (»Solidaritätsbeitrag«), was sich seither in unserer chronischen Beraubung und Verarmung niederschlägt. Diese soll in der nächsten vorgesehenen Runde aus psychologischen Gründen wieder durch Söldner (Berufssoldaten) ersetzt werden, die als Teilkontingent einer Invasionsarmee immerhin billiger sind als deren Gesamtfinanzierung durch eine neue Raubwelle der deutschen Kolonialverwaltung an ihren »Bürgern«, da diese durch den zu geringen Abstand zur letzten selbst in deren trägen und knechtseligen Hirnen zuviel Unmut provozieren könnte; ein paar Jahre Gewöhnung an ihren neuen schlechten Lebensstandard brauchen die halt noch, damit sie ihre Räuber und Vergewaltiger wie gehabt weiterwählen und sich vor »Verfassungsfeinden« bekreuzigen und in die Hose machen.
     Aber zu dem schlotternden Pack von Kaninchen vor der fiskalischen Schlange, das sich vor jedem mit seinen andressierten Wahlkreuzchen vorab legitimierten Unrecht blind und taub stellt, braucht man ja nicht zu gehören. Wenn nach vielem Verwirrspiel, Weh und Ach und Mediengelüge unser Parlament schließlich und abgekartet deutschen Invasoren Syriens, das uns nichts getan hat, aber immer freundlich gesonnen war, das Placet geben wird, so sagen wir:

IN UNSEREM NAMEN NICHT!

Und dieser Erklärung kann sich jeder anschließen. (Wie ekelhaft sind wohl die Leute, welche diesen Satz nicht herauskriegen, sondern zur Verschmierung des Täter-Opfer Unterschieds ein regenbogenfarbiges PACE aus dem Fenster hängen?! Doch das am Rande.)
     Wir haben bisher zum israelisch-palästinensischen Konflikt selten Stellung bezogen (siehe aber KETZERBRIEFE Nr. 23 und Nr. 127), weil er nur ein Stellvertreterkrieg ist. Von anderen Stellvertreterkriegen, z.B. »Kroatien« u.a. Jugo-Splitter gegen Serbien, unterscheidet er sich dadurch, daß die Paten des stärkeren Stellvertreters nicht selber auf dem Kriegsschauplatz erschienen sind (wohl aber in Israel in Gestalt von US-Waffen und -Waffentechnik stets präsent sind). Das erlaubt beiden Seiten und sogar den weniger intelligenten (oder freiwillig blinden, wie den Antisemiten) Betrachtern, den Konflikt für selbständig zu halten. In Wirklichkeit könnte Israel bei aller Tapferkeit und Technik ohne US-Unterstützung keine sechs Tage lang bestehen; schon die US-Vetos in der UNO haben sich für seinen Bestand als chronisch vorteilhaft erwiesen. Ganz egal, ob man für oder gegen Israel ist und aus welchen Gründen: von dieser Tatsachengrundlage muß man ausgehen.
     Warum aber stehen die USA so unverbrüchlich hinter Israel? – Um es abhängig zu machen. – Warum sind sie darauf so erpicht? – Weil kein anderer Staat der Region mit intelligenten Bewohnern derart leicht und vollkommen abhängig zu machen ist. Israels Staatsvolk ist bekanntlich jüdisch, d.h. es zählt zu den Anhängern jener kleinen und mit Recht stolzen Religion, an deren Fortbestand gegen alle Anschläge und Quälereien Christen wie Moslems chronisch Anstoß nehmen, d.h. jene beiden großen, aber mutierten und mit fremden Elementen unterschiedlich nachhaltig verunreinigten Ableger des Judentums, gegen welche dieses dogmatisch recht hat (Jesus ist nun einmal nicht der in der Bibel versprochene Messias gewesen, sonst hätte er eher Pontius Pilatus gekreuzigt als umgekehrt – die einzige ernste Aufgabe des Messias ist, wie die Bibel unermüdlich einschärft und daher nun einmal nicht zum Neuen Testament paßt, die Wiederherstellung der jüdischen Souveränität, und von da aus auf dem Ansteckungsweg sämtlicher sonstigen unterdrückten Völker, wodurch Kriege überflüssig werden sollen – nichts anderes steckt z.B. hinter dem vielzitierten, aber wenig verstandenen Wort von den »Schwertern zu Pflugscharen«. Ebenso wurden die hl. Schriften der Juden sowie der Christen keineswegs in der Art gefälscht, daß im Original der Koran herausgekommen wäre; im Gegenteil, Mohammed baut allerhand Bockmist in diesen ein, z.B. daß Jesus der leibliche Neffe von Moses gewesen sei – seine Mutter und Moses' Schwester sind im Arabischen namensgleich –, was absurde chronologische Probleme schafft, oder in parteilicher Weise zugunsten seiner Araber die beiden Söhne Abrahams vertauscht. Wer derlei Mythologie für »kalten Kaffee« hält, vergißt deren enorme historische Wirksamkeit.). Mit den Juden aber hat eine machtlose Religion gegen zwei übermächtige Recht – der Schwache also gegen die Starken, die ganz Wenigen gegen die ganz Vielen, warum sollst'n Duuu grad… kurzum, das erzeugt in niedrigen Seelen, die leider meistens die Mehrheit und fast immer die offene oder heimliche Unterstützung der Machtträger haben, Haß. Darum waren die Juden jahrtausendelang Haßobjekt und Blitzableiter Nr. 1 für Christen und Moslems, aber auch das fleischgewordene Sinnbild für die Würde in der Schwäche für den freilich selber recht winzigen besseren Teil der Menschheit. Letzterer Punkt erklärt einen gewissen Teil der Sympathie, welche, for right or wrong und daher im Sinne eines Vorurteils, Israel in vielen Ländern vorab entgegengebracht wird; ein weitaus größerer Teil derselben fließt allerdings aus einer erheblich trüberen Quelle, nämlich derjenigen, daß die Existenz Israels auch faktisch ein judenfreies Europa bedeutet und damit indirekt, aber wirksam die Realisierung eines der Ziele des Christen Hitler sichert. Das erklärt auch, warum eine analoge Empfindung im arabischen Raum völlig fehlt: denn Israel liegt ja an einer prominenten Stelle dessen, was jenen seit früher Erobererzeit kontinuierlich bildete.
     Um es kurz zu machen: die USA nutzen den aus den beiden großen und bösen Religionen fortbestehenden Antisemitismus für ihre eigenen Zwecke, indem sie Israel rettungslos von sich abhängig machen (wobei sie die dafür essentielle Unterstützung desselben sogar noch werbewirksam als edlen Philosemitismus ausgeben können, wodurch ein Angriff auf oder Unwille gegen den US-Imperialismus, den einzigen also, den es noch gibt und der bald die ganze Welt unterjocht haben wird, propagandistisch schon als schierer Antisemitismus austrompetet werden kann). Hinter den mäßigen Untaten Israels kann Uncle Sam seine gigantischen verstecken, teils, weil eine Verurteilung Israels, auch wo sie gerecht sein mag, für alle Antisemiten a priori ein gefundenes Fressen ist (was aber für alle, die zur Gerechtigkeit neigen, kein Hemmschuh einer eventuellen berechtigten Verurteilung Israels werden darf – das würde dem Monoimperialismus so passen!), vor allem aber, weil es dann auf dem Globus mehrere Täter gibt und nicht nur Uncle Sam. Denn von dessen Truppen besetzt und gemeuchelt, von dessen Regierung erpreßt und bevormundet, geplündert und zensiert zu werden, gefällt keinem von den Völkern der Welt, so sehr deren Regierungen und Medien darüber auch verläßlich zu jubeln und nur an falschen Stellen und dosiert etwas Dampf abzulassen haben, und da ist es doch sehr angenehm für die imperialistischen Täter, wenn sie bei ihren Verbrechen nicht so mutterseelenallein sind. Deshalb wird Israel von diesen auch demonstrativ ausgenommen, seine innere Freiheit nicht eingeschränkt, seine Kassen nicht geplündert, seine Regierung nicht zensiert. (Was vielen Israelis das Gefühl nationaler Unabhängigkeit gibt; sie ist aber nur die Theater-Unabhängigkeit eines Weltghettos unter einem fremden Regisseur). Und die Rechnung der USA geht auf: gerade für die schweinischsten Akte des US-Imperialismus springt Israel willig in die Bresche, droht z.B. kürzlich dem Iran die nukleare Verstrahlung an, also das, was ein echter Auschwitz-Überlebender anhand Hiroshimas einmal sehr treffend ein »Instant-Auschwitz« nannte, damit derlei unbeliebte Scheußlichkeiten nicht immer und immer die gierigen Amerikaner machen müssen, sondern der berechtigte Haß ihrer gehabten sowie geplanten Opfer sich nicht an der richtigen Stelle bündelt, sondern zersplittert wird. Israel wird dadurch eine künstliche sekundäre Front, so wie alsbald Deutschland mit evtl. ein paar anderen Alt-NATO-Staaten eine tertiäre abgeben soll – divide et impera! Und das wird noch ein Weilchen so weitergehen, denn noch sind nicht alle arabischen Staaten gleichgeschaltet (da sie sich zwar oberflächlich, aber lange zwecks eigenen Fortbestandes an die praktischerweise schwache und ferne Sowjetunion angelehnt hatten, deren Vernichtung als erster sehr prompt und gründlich der Irak zu spüren bekam), und noch fehlt China auf der US-Landkarte, jener kommende und nicht-islamische Irak in ca. 20 Jahren. Da ist es nützlich, wenn man beim Übeltun nicht alleine ist, und schon der Standort Israels ist dabei ein Geschenk Gottes an Uncle Sam.
     Der US-Imperialismus nutzt also den Antisemitismus ganz genau so wie die feudalen Fürsten: wie jene den Haß der Völker, deren nationale Freiheit und damit Würde sie bedrohen, auf Israel ablenken und dieses daher eifrig bei unrechtem bis abscheulichem Tun unterstützen und heimlich ermutigen, so zwangen diese ihre Juden, zwischen dem Hungertod oder den verhaßten Aufgaben des Steuereintreibers oder Zinswucherers zu wählen – und nahmen ihnen dann, als »Judensteuer«, den größten Teil ihrer dergestalt erzielten, durch Zunftausschluß und Grundbesitzverbot weitgehend einzigen Einnahmen wieder ab. Natürlich hätten sie ihre christlichen Untertanen mit dem gleichen Betrag auch sofort und selbst besteuern können, aber so waren, durch Nutzung der Religion und der menschlichen Dummheit, die nur gezielte Erziehung vertreiben könnte, die Juden mal wieder die Bösen und nicht der Fürst. Genau denselben Dienst leistet jetzt Israel den US-Imperialisten (was die Paranoiker unter seinen Feinden zu der Phantasie veranlaßt, heimlich steuere die Judenheit den US-Imperialismus, während es in Wahrheit mittels der Daumenschraube Israel, das am US-Tropf hängt, gerade umgekehrt ist), im Unterschied zu den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Juden, die die ihnen aufgezwungenen häßlichen Aufgaben gründlich verabscheuten, stattdessen anscheinend unangenehm freiwillig, wozu seine (Israels) gepäppelte und den Neid aller anderen, an dieser Stelle vom washingtoner Weltherrscher weitaus schlechter behandelten Völker provozierende, aber gnadenabhängige nationale Souveränität sicherlich beiträgt. Ein Nahostfriede, wie ihn Rabin herbeizuführen suchte, der vor allem die chronischen Demütigungen und Beleidigungen der Palästinenser (symbolisiert in Gestalt der unterlassenen staatlichen Anerkennung sowie der Behandlung Arafats) beendet hätte, wäre ganz und gar nicht im Sinne des nur höchst angeblich philosemitischen US-Imperialismus gewesen, und so wenig sich beweisen läßt, daß der CIA dem Zufall nachgeholfen hätte, so nützlich war demgemäß der erfolgreiche Anschlag eines angeblich isolierten Irren auf Rabin den Herren und Nutznießern aller CIA-Aktivität. Ob Uncle Sam mal wieder unverschämtes Glück hatte oder diesem, das sich so auffällig häuft, irgendwie nachhalf – die Situation ist jedenfalls verfahren. Den Zeitpunkt eines für beide Seiten gesichtswahrenden Friedens hat Israel jedenfalls ein für allemal verpaßt, und die ständige Bevorzugung militärischer vor moralisch annehmbaren Lösungen macht seine Aussichten nicht besser. Diejenigen auf ein weltumfassendes, gräßlich gleichgeschaltetes und entrechtetes Imperium Americanum, dessen Errichtung ohnehin auch jetzt – siehe z.B. »Bankgeheimnis«! – recht weit gediehen ist, aber schon. Schade, daß Israel sich mit der Erleichterung dieses globalen Verbrechens befleckt; Vorschub leisten sollte ihm aber überhaupt niemand, am wenigsten seine direkten oder vorgesehenen Opfer.




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