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Wer ist der »Bund gegen Anpassung«?
Der »Bund gegen Anpassung« ist ungefähr das moderne Äquivalent zu den Bolschewiki im zaristischen Rußland oder zu den Juden im christlichen Mittelalter: einfach nicht gleichzuschalten und mit einem klaren Bewußtsein der eigenen Ziele. Das klingt verwunderlich, aber wer alle drei Größen aus den Originaldokumenten kennt, wird dieser Charakteristik nicht jede Berechtigung absprechen können. Eine gewisse aktive Immunität gegen Gleichschaltung (eben gegen Anpassung) dürften uns auch unsere rabiatesten, von Staatsgeldern am üppigsten ausgehaltenen Feinde kaum absprechen können.
Und was ist nun unser Ziel?
In der allerallgemeinsten Form: der größte gesellschaftliche Reichtum, die größte Bewußtheit, die größte Freiheit des größten Prozentsatzes der diesen Globus besiedelnden Menschen überhaupt. Dazu sind unsere drei Leitziele unverzichtbar, welche unser Emblem bilden und nur zusammen zum allgemeinen Hauptziel wirksam werden können:

Wozu Geburtenkontrolle? – Weil nur eine bestimmte Zahl von Menschen (längst überschritten!) auf den Globus paßt, ohne dessen Ressourcen (auch an reinem Platz, nicht nur Energie und Rohstoffen!) zu überfordern und dadurch den Lebensstandard zu senken (bzw. den gesellschaftlichen Reichtum zu zerstören). Weil dadurch Lohndrücker fehlen, auch Mieter, die Erpreßbarkeit im Kapitalismus also sinkt, mögen die Machthaber und deren vorzüglich bezahlte Schlagwortverbreiter diesen Programmpunkt natürlich nicht.
Wozu Arbeitszeitverkürzung? – Weil das der Sinn des Lebens ist – die Arbeit ist für den Menschen geschaffen (wegen ihrer nur so zu erlangenden nützlichen Resultate), nicht der Mensch für die Arbeit. Es macht gar nichts, wenn die Menschen gesund sind, klug sind (Lernen geht nur außerhalb der Arbeit gründlich) und lange leben (die sog. Altersgesellschaft, huch, kreisch, plapper!), sondern genau das sollen sie unserer Ansicht nach werden, statt einer kleinen besitzenden oder bevorrechtigten Minderheit Nutzen und keine Unbequemlichkeit zu bringen. Das führt zum dritten Punkt:
Wozu Gleichheit? – Damit ist tatsächlich ungefähre Gleichheit des persönlichen Anteils an den irdischen Gütern gemeint (mit Strafabzügen für schlechte, Belohnungsaufschlägen für besonders gute Arbeit, aber ohne Erb- und Startvorteile). Nicht gemeint ist jedoch die Gleichmacherei hinsichtlich der Fähigkeiten, persönlicher Qualitäten und des Maßes an gutem Willen: das Ideal bleibt vielmehr die Forderung: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen (dessen Realisierung einerseits von der gesellschaftlichen Organisation abhängt, andererseits vom allgemeinen technischen Entwicklungsstand sowie der Menge der Rohstoffe, die noch übrig sind). Aber geerbte und zugeschobene Vorteile, also unnatürliche (gesellschaftliche, juristische u.ä.) Ungleichheit führt zum entgegengesetzten Ergebnis – siehe z.B. das, was wir über die Geburtenkontrolle gesagt haben, besonders den letzten Satz.
Und warum weltweit? – Weil jede Insel im gegenwärtigen Meer von Zwang, Dummheit und gesellschaftlicher Ungleichheit im Hagel der US-Bomben zerfetzt würde. Und ohne Bomben reichte schon der Markt: Menschen, die gut und lange leben, produzieren teurer als solche, die schlecht und daher billig leben und nach Gebrauch weggeworfen werden; solange es letztere gibt, sind die Produkte ersterer nicht konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Nichts anderes bedeutet das Wort »Globalisierung«, d.h. – wegen der industriellen Entwicklung der Lohndrückerländer, also derjenigen ohne wenigstens kurze erfolgreiche Arbeiterbewegung, und wegen des hohen Standes der Transportmöglichkeiten – weltweite Gleichheit nach unten – wir dagegen wollen als einzige Alternative, Gleichheit nach oben.
Und warum der Teufel? – Weil dieses Programm verboten ist. (Verbieten tun es, auf ihre Art, diejenigen, die das können – es sind zugleich diejenigen, die von seiner Unterlassung den größten privaten Nutzen haben.) Der Teufel symbolisiert ganz einfach das Verbotene, gegen das zugleich überall gehetzt wird. Und damit sind wir wieder am Anfang dieser Selbstdarstellung.
Um die Durchführung unseres Programms eines Tages erzwingen zu können, bedienen wir uns grundsätzlich jeder wissenschaftlichen Erkenntnis; für besonders geeignet und ergiebig halten wir diejenigen von Marx, Engels, Lenin und Trotzki im Verbund mit denjenigen Freuds und seiner authentischen Schüler, aber auch die moderne Biologie gibt manches her und bewahrt vor historischen und intellektuellen Irrwegen. Wer Näheres dazu wissen will, beschaffe sich die Nr. 50 unserer »Ketzerbriefe« (ISSN 0930-0503). Denn diese Zeitschrift geben wir heraus und empfehlen sie allen Freunden verwertbarer verbotener Gedanken.
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Wie sind wir entstanden? Dazu ist das leider teure Buch von Fritz Erik Hoevels (Hg.) »30 Jahre Ketzer« (Ahriman-Verlag, ISBN 3-89484-809-X) unverzichtbar. Es zeigt auch unsere Beständigkeit.
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